
Ihr Router steht vermutlich irgendwo im Flur oder hinter dem Fernseher, blinkt vor sich hin und tut seinen Dienst. Sie haben ihn vor Jahren vom Techniker aufgestellt bekommen und seitdem nicht mehr angerührt. Und genau das ist das Problem: Der Admin-Zugang hat mit hoher Wahrscheinlichkeit noch das Passwort, das auf dem Aufkleber stand.
Das klingt harmlos, ist es aber nicht. Wer das Passwort kennt oder errät, kann Ihre Internetverbindung mitlesen, gefälschte Webseiten einschleusen oder Ihren Anschluss für eigene Zwecke nutzen. Die gute Nachricht: Das lässt sich in zehn Minuten beheben.
1. Warum Standard-Passwörter gefährlich sind
Viele Router-Hersteller vergeben ab Werk einfache Passwörter wie admin, 0000 oder das Modell selbst. Diese Kombinationen stehen in öffentlichen Listen im Internet. Jeder mit ein bisschen Neugier findet sie binnen Sekunden. Bei manchen älteren Modellen reicht sogar der Name des Geräts als Login.
Dazu kommt: Wenn jemand in Ihr WLAN eindringt, kann er danach versuchen, ins Router-Menü zu kommen. Und wenn dort immer noch das Standard-Passwort hinterlegt ist, steht ihm alles offen. Er kann den DNS-Server umstellen, sodass Sie auf gefälschten Banking-Seiten landen. Oder er nutzt Ihren Anschluss für fragwürdige Aktionen, die dann zu Ihnen zurückverfolgt werden.
2. WLAN-Passwort und Router-Passwort sind nicht dasselbe
Das ist ein häufiges Missverständnis. Das WLAN-Passwort brauchen Sie, um mit Handy oder Laptop ins Internet zu kommen. Das Router-Admin-Passwort brauchen Sie, um die Einstellungen des Routers selbst zu ändern. Beide sollten unterschiedlich sein. Und beide sollten nicht die Werkseinstellung sein.
3. So kommen Sie ins Router-Menü
Öffnen Sie Ihren Internet-Browser (Edge, Chrome, Firefox) und tippen Sie oben in die Adressleiste eine dieser Adressen: 192.168.1.1, 192.168.0.1 oder bei einer FritzBox einfach fritz.box. Drücken Sie Enter. Sie sollten jetzt eine Anmeldemaske sehen.
Die Zugangsdaten stehen meistens auf einem Aufkleber an der Unterseite des Routers. Bei der FritzBox ist es oft ein vorgegebenes Kennwort, das Sie beim ersten Einrichten bekommen haben. Wenn Sie es verlegt haben, hilft manchmal ein Blick in den Ordner mit den Vertragsunterlagen vom Internetanbieter.
4. Das neue Passwort sollte lang sein, nicht kompliziert
Vergessen Sie die alte Regel mit Sonderzeichen, Großbuchstaben und Zahlen. Wichtig ist vor allem die Länge. Ein Passwort aus vier zufälligen Wörtern wie Kaffee-Bahnhof-Morgen-Hamburg ist sicherer als P@ssw0rt! und viel leichter zu merken.
Schreiben Sie das Passwort auf einen Zettel und legen Sie ihn in Ihre Schublade. Ja, das ist erlaubt. Ein Zettel zu Hause ist sicherer als ein Passwort, das Sie vergessen und dann nie mehr ändern.
5. Auch die Firmware aktuell halten
Im Router-Menü finden Sie meistens einen Punkt wie System, Update oder Firmware. Prüfen Sie dort, ob ein Update verfügbar ist. Viele Router haben auch eine Funktion, die sich automatisch aktualisiert. Aktivieren Sie die, wenn sie da ist. Das schließt Sicherheitslücken, die sonst offen bleiben würden.
6. WLAN-Passwort gleich mit prüfen
Wenn Sie schon im Menü sind: Schauen Sie auch nach, welches WLAN-Passwort eingestellt ist. Wenn das noch das vom Aufkleber ist, ist das okay, solange es lang genug ist. Bei älteren Anschlüssen war es manchmal kurz und einfach. Dann lohnt sich ein neues.
Wir machen das gemeinsam mit Ihnen
Das klingt nach viel Technik auf einmal. Ist es auch, wenn man es zum ersten Mal macht. Bei IHRE PC ENGEL helfen wir Ihnen dabei, den Router einmal ordentlich abzusichern, Passwörter zu ändern und das Ganze so zu dokumentieren, dass Sie später noch drankommen. In Hamburg kommen wir dafür auch zu Ihnen nach Hause.
Und wenn Sie unsicher sind, ob Sie schon betroffen sind oder nicht: Ein kurzer Anruf reicht. Wir schauen mit Ihnen gemeinsam drauf und sagen Ihnen ehrlich, wo gerade Handlungsbedarf ist und wo nicht.


